Impressionen eines Neulings

Endlich raus aus der alten Schule, die mehr einem Kranken ­als einer Schule ähnlich sah. – alter Bau und lange dunkle Gänge – Knapp sieben Jahre be­suchte ich das Theodolinden­gymnasium und oft hatte ich das Gefühl darin zu versauern. Die SMV hatte immer Schwierig­keiten verschiedene Aktivitäten (Rockfestival oder politische. Veranstaltungen) durchzusetzen. Oft (viel zu oft) wurden die Schüler mit Paragraphen und Verordnungen konfrontiert und man wurde zu einem braven Men­schen, der möglichst wenig unan­genehme Kritik übt, erzogen.Was die Mehrzahl der Schüler aller­dings gar nicht störte. Besonders in der 11.Klasse, als mehrere in der Schülerzeitung politisch aktiv wurden, warf man uns vor, eine negative Lebenseinstellung zu haben und diese verbreiten zu wollen. Sehr hemmend für die geistigen Ausführungen in der Schülerzeitung war die Zensur durch den Direktor und seine Ver­treter. Eigentlich sollte doch auch in der Schule das Recht der freien Meinungsäußerung gelten. So war ich angenehm überrascht, als ich hörte,daß der Götterbote keiner Zensur unterliegt.
Vom ersten Tag an in Ottobrunn satte ich den Eindruck,daß die Schule sehr schülerfreundlich ist. Die lockere Atmosphäre und der helle, moderne Bau machen das Lernen ganz angenehm. Am meisten begeistert hat mich aber die Wanze, an der man jeden Tag etwas neues lesen kann. Das An­schlagbrett ist die Möglichkeit für die Schüler ihre Meinung zu sagen. Wo anders sollten sie ihre politische Einstellung kundtun. Daher verstehe ich nicht, daß sich einige oft beklagen nur Politik auf der Wanze zu lesen. Im Unterricht ist Politik oft unangebracht oder bereitet zuviel Unruhe, daher eignet sich die Wanze gerade dafür. Es scheint also, daß Ottobrunn die ideale Schule ist, aber das ist, glaube ich, keine Schule. Ich werde die Nachteile mit der Zeit auch noch erfahren. Dadurch, daß die Schule z. B. so viele Schüler hat, ist sie sehr anonym. Dieses Gefühl des Alleinseins habe ich oft, be­sondera, weil ich neu an der Schule bin. Im nachhinein bereue ich den Entschluß, die Schule gewechselt zu haben nicht auch wenn ich in der alten Schule viele Freunde und auch einige nette Lehrer verlassen habe. Katha

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